Januar 2021

Nach der erfolgreichen Reparatur des Scheibenwischers, fiel mir beim Fahren im Winterschmuddelwetter auf, das die Reinigungsflüssigkeit recht lustlos aus den Scheibenwaschdüsen auf die Frontscheibe gelangt.

Da ick kein Leck entdecken konnte…neue Wisch-Wasch-Pumpe geordert. Das Auswechseln der Pumpe war…Fickscheiße…warum? Nunja…

…der Behälter mit der Reinigungsflüssigkeit befindet sich im Chassis, blauer Kreis, und die Pumpe ist da natürlich unten eingesteckt. Die Pumpe könnte man ganz schnell und einfach auswechseln. Wenn man vorher einen Tag lang die Batterien und den Batteriekasten mit allem zipp und zapp ausbaut. Es erschien mir einfacher, bissl Verkleidung und die Treppe weg zu baun…nunja…

…die Idee war gut, die Werkzeugbox auch noch demontiert…

…danach noch etliche Streben und Halterungen raus…hmpf…als ich dann am Behälter dran war, sah ick die Leitung, in der det Wisch-Wasch-Wasser nach vorn gepumpt wird…da wars feucht..leicht durchgeschubbert…naja…super…tu ick det mal gleich mit reparieren.

Pumpe neu…

…defekten Schlauch raus geschnitten…

…und alles wieder zusammen gebaut.

Ergebnis…unbefriedigend. Hab mir dann nen 2. Mann ran geholt und der hat die Waschanlage aktiviert. Nu war zu sehen, das die Leitung noch mehr Lecks hatte. Also die komplette Leitung ersetzt.

Da ick ja immer neugierig bin…schweifen meine Blicke immer und überall am Kfz rum…vorallem wenn ick da unten drunter liege. Und mir kam da was komisch vor…

…Motorkühlmittel an der letzten, linken Ölwannenschraube? Das gehört doch da nicht hin. Ick gleich mal den “Volvo Spezi” angerufen und mit der Frage genervt ob da hinten am Motor irgend was mit Kühlwasser ist.

Defekter Froststopfen, bekannte Schwachstelle im Motorblock…Riss am Mantel…what ever…das Gespräch ergab nichts. “Kann nich sein das da Kühlwasser ist”…ja is aber…jut…also weg gewischt und im Hinterkopf abgespeichert. Da wusste ick noch nicht, wie schnell ick die Lösung finde.

Es war dann auch erst mal Zeit, endlich, die Wartung durchzuführen…rauf auf die Arbeitshilfe.

Motoröl raus, Getriebeöl raus…

…Achsöl raus…

…und halt alle Filter neu. Soa…vorn am Motor hab ick dann natürlich an der Ölwanne genau hingeschaut, wegen dem Kühlmittel an der hinteren linken Ölwannenschraube.

Nu war aber auch Kühlmittel an den Ölwannenschrauben rechts am Motor. Pfft…

Irgendwie war da nichts nasses zu sehen…aber wie auf dem Bild zu erkennen…muss da mal was von oben nach unten gelaufen sein. Hmm…

Zwischen Motorblock und Abgaskrümmer ist so ein Aluteil zu sehen…in den blauen Linien…

…feucht war da zu dem Zeitpunkt nichts…aber es sah feucht aus?! Wieder mit dem “Volvo-Spezi” telefoniert und der meinte…

“da scheint dein Motorölkühlerdeckel undicht zu sein, is schon ne Fleißarbeit den zu wechseln”

Anhand von Bildern erkannte er, das mein Motor die Version 2 verbaut hat. Mit diesem Deckel hat Volvo wohl ins Klo gegriffen bei der Motorentwicklung, insgesamt gibt es 3 Versionen dieses Deckels. Ne das ist gelogen…es gab drei…mittlerweile bekommt man nur noch eine Version…die letzte.

Da aber alles Trocken war…schien der Kühlmittelverlust nicht schlimm zu sein. Es war Freitag…am Dienstag sollte der Magnum nen Einsatz haben. Also wollte ick mich dann nach dem Einsatz um das Problem kümmern.

Genialer Plan…willst Du Gott zum lachen bringen, verrate Ihm deine Pläne! Und da ick gern Selbstgespräche führe…hörte “ER” mir wohl genau zu.

Am Montag legte ick mich zur Kontrolle unter “the Cube”…eigentlich nur um zu schauen, ob alles Dicht ist was mit Öl zu tun hat und naja…

…das Kühlmittelleck scheint größer geworden zu sein…also die Tour verschoben, so fahr ick keinen Meter vom Werkstattgelände.

Beim Volvo-Spezi eine Ersatzteilliste angefordert und noch am selben Tag die Bestellung beim Teilelieferanten aufgegeben. Da für “the Cube” viele Teile nicht mehr lagernd sind, werden die in Fronk-reisch bestellt und es kann schon mal vorkommen das die nicht over Night ankommen.

Aber…Ersatzteile sind auch erst mal nicht so wichtig…weil nun erstmal gaaaanz viel geschraubt werden musste. Da ick mir zu dem Zeitpunkt ordentlich den Rücken verknackst hatte, hat mir mein Mitarbeiter super unter die Arme gegriffen.

Auf ging´s…zum munteren zerlegen…

…allerlei Schrauben rissen ab, weil vergammelt…da zum roten Kreuz, mussten wir hin…

…ein paar Plastikteile weniger und der Haufen sieht schon reif für den Schrottplatz aus 🙂

Während den Arbeiten kam auch noch nen verstopfter Ablauf beim Luftfilter zum Vorschein…

…toll wenn einem das über die Füße läuft beim abziehen des “Schnorchels” vom Luftfilterkasten. 🙂

Als das Luftfiltergeraffel wech war, kam die Abgasbremse und das Hosenrohr wech…

…so Feinarbeiten hab ick dann auch erledigen dürfen…nachdem der Mitarbeiter det “Grobe” erledigte.

Der Mitarbeiter hat auch ab und an tolle Ideen…”Frühstück?”…ja da sag ick nich NÖ…

…und so konnte ick mich auch noch eine Brötchenlänge vom lösen der Krümmerbolzen fern halten. Davor grauste es mich…weil…Krümmerbolzen…ggrrr….aber so langsam ick auch aß, irgendwann musste ick ja bei gehn.

Riss aber keiner ab…watn Glück…

…feucht isser…da is wohl was undicht wah?

Zum Feierabend sah es dann so aus…der Ölkühlerdeckel in seiner ganzen Pracht.

Nu noch mal überall nen Auge drauf werfen, vielleicht gibt es ja noch mehr zu tun.

Das Kühlmittelverteilerrohr am Thermostat…na?

…da kündigt sich doch mindestens eine defekte Dichtung an…

…im, oder besser vor dem Abgasreinigungselement…lagerte sich eine Flüssigkeit ab.

Hab das natürlich entfernt.

So sieht Ad-Blue aus, wenn es Zeit hat sich abzulagern. Irgendwie nicht optimal platziert die Düse die das Zeug einspritzt…aber was weiß ich schon.

Am nächsten Tag kam der Deckel runter…

…dahinter gab´s keine Überraschungen…schön sauber…vom alten Deckel wurde der Ölkühler demontiert…

…die alte Dichtung am Deckel war an mehreren Stellen undicht…

…der alte Deckel (Version 2 von 3) mit einer Nut für die Dichtung…

…der neue Deckel hat keine Nut mehr, sondern wird mit einer gummierten Metalldichtung montiert.

Dann wollen wir mal hoffen, das diese letzte Version des Deckels, auch die Endlösung des Problems ist. Nun noch die Dichtfläche am Motor säubern…

…und dann konnte der Deckel mit Hilfe eines speziellen Werkzeugs, montiert werden.

Naja…speziell…klingt mehr, als es ist. Im Grunde eine Gewindestange die sich am Motorblock abstützt und den Deckel an eine Dichtung am Wasserpumpengehäuse, in seine Montageposition drückt. Dann gab´s noch das neue Kühlmittelverteilerrohr…

…die Dichtung war nicht mehr gut und das Plastik im Inneren zerbröselte. Das wollt ick nicht im Kühlsystem haben…also einmal alles neu samt Verbinder (in der Mitte das kleine Rohrstück) und O-Ringen ect.

Bevor der Abgaskrümmer wieder an seinen Platz kam, alle Gewinde gesäubert und mit neuen Bolzen montiert.

Natürlich kann man sich das sparen und auch die alten Bolzen wieder verwenden, das spart einige Taler…aber die Gefahr, das beim Anziehen mit dem entsprechenden Drehmoment, nicht genug “Druck” auf die Dichtungen wirkt, weil das Gewinde schwergängig ist, war mir zu groß.

Dann wieder alles zusammen gebaut, das ging dann auch doppelt so schnell…

…obwohl der Luftpresser auch noch neue Kühlleitungen bekommen hat. Danach Probefahrt und am nächsten Tag kontrolliert…

…alles dicht.

 

Es ging dann kurze Zeit später, auf eine 1300km lange Testfahrt…